Max Schmeling

Der Sportler

Die sport­liche Karriere Max Schme­lings hatte ihren Ursprung in einem Hamburger Kino­saal. Wieder und wieder sah sich der damals Sech­zehn­jäh­rige den Welt­meis­ter­schafts­kampf zwischen Jack Dempsy und Georges Carpen­tier auf der Lein­wand an. Fünf Mal löste er eine Eintritts­karte. Seine Leiden­schaft für das Boxen war entfacht. „Ich war besessen“, sagte er später auf die Frage eines Repor­ters zu der Ursache seines sport­li­chen Erfolgs. Der Beginn einer beispiel­losen Karriere.

Mit 22 Jahren errang Max Schme­ling seinen ersten großen Titel. Im Kampf gegen den Belgier Fernand Delarge wurde er in der Dort­munder West­fa­len­halle Euro­pa­meister im Halb­schwer­ge­wicht (1927).

Im darauf folgenden Jahr, am 4. April, gewann er im Sport­pa­last gegen den Berliner Lokal­ma­tador Franz Diener seinen ersten Titel im Schwer­ge­wicht — Sieg in der 15. Runde nach Punkten.

Max Schmeling setzte seine Siegesserie fort.

Ein halbes Jahr später gelang ihm der erste Erfolg in den USA. Am 24. November 1928 schickte er im New Yorker Madison Square Garden Joe Monte (USA) durch einen k.o. Sieg in der 8. Runde auf die Bretter.

Schme­ling setzte seine Sieges­serie fort. Drei weitere Kämpfe folgten (Joe Sekyra, Pietro Corri, Johnny Risk, USA). Bis zum WM-Ausschei­dungs­kampf im Schwer­ge­wicht gegen Paolino Uzcudun (Spanien). Schme­ling besiegte den Basken am 27. Juni 1929 in der 15. Runde nach Punkten. Damit quali­fi­zierte er sich für den Kampf um die Krone in der höchsten Gewichts­klasse des Profi­bo­xens.

Max Schmeling vs. Jack Sharkey

Am 12. Juni 1930 stand Schme­ling erneut zwischen den Seilen. Im Yankee Stadion trat er gegen den amtie­renden Welt­meister Jack Sharkey (USA) an. Vor rund 80.000 Zuschauern ging Schme­ling durch einen Tief­schlag Shar­keys zu Boden. Der Kampf wurde unter­bro­chen, am Ende wurde Max Schme­ling der Titel zuer­kannt. Max Schme­ling war auf dem Höhe­punkt seiner sport­li­chen Karriere ange­langt — er war der 11. Welt­meister im Schwer­ge­wicht. Obgleich er sich die Art des Titel­ge­winns anders gewünscht hatte. „Das hatte ich mir anders vorge­stellt“, sagte Schme­ling seinem Betreuer Max Machon auf der Fahrt vom Stadion ins Hotel.

Die Titel­ver­tei­di­gung folgte am 3. Juli 1931 in Cleve­land, gegen den unfair kämp­fenden Young Stri­b­ling (USA). Mit einem Sieg in der 15. Runde (t.k.o.) hatte Max Schme­ling sich Respekt und Ansehen, die ihm gebührten, erkämpft.

Erst im Jahr 1932 musste Schme­ling die Krone absetzen. Sie ging zurück an Jack Sharkey (USA), der Schme­ling am 21. Juni im Long Island Bowl in der 15. Runde nach Punkten besiegte.

Zwei weitere WM-Ausschei­dungs­kämpfe gegen die US-Ameri­kaner Mickey Walker, am 26. September 1932 und Max Baer, am 8. Juni 1933 folgten. Schme­ling gewann gegen Walker durch tech­ni­schen k.o.. Gegen Baer unterlag er in der 10. Runde.

Max Schme­ling kämpfte fortan wieder in Europa. Sein Gegner war erneut der Baske Uzcudun, gegen den er am 13. Juni 1934 in Barce­lona antrat. Sie trennten sich unent­schieden. Den dritten Kampf entschied Max Schme­ling am 7. Juli 1935 im Berliner Post­sta­dion für sich. In der 12. Runde gewann er deut­lich nach Punkten. Das Duell der beiden Euro­päer im inter­na­tio­nalen Boxge­schäft der 30er Jahre konnte Max Schme­ling endgültig für sich entscheiden.

Bevor Schme­ling durch seinen Kampf gegen Joe Louis zur lebenden Legende wurde, traf er auf den Bochumer Walter Neusel, den er am August 1934 in Hamburg in der 9. Runde durch tech­ni­schen k.o. zur Strecke brachte.

Eine Nieder­lage gegen den US-Ameri­kaner Steve Hamas, am 13. Februar 1934, in der Conven­tion Hall in Phil­adel­phia (USA) musste Schme­ling verkraften. Die Revange, am 10. März 1935, entschied er in seiner Heimat­stadt an der Elbe für sich. Mit einem tech­ni­schen k.o. in der 9. Runde quali­fi­zierte sich Schme­ling für den Kampf gegen den dama­ligen Favorit im Schwer­ge­wicht, Joe Louis.

Max Schmeling gegen Joe Louis – der spektakulärste Kampf in der Geschichte des Boxsports

Max Schmeling vs. Joe Louis

Am 19. Juni 1936 standen sich Louis und Schme­ling im Yankee Stadion gegen­über. Der Afro­ame­ri­kaner Louis war mit 17 Siegen aus 17 Begeg­nungen und 14 k.o Entschei­dungen der Mann der Stunde. Max Schme­ling besiegte den zehn Jahre jüngeren Kali­for­nier in der 12. Runde. Dieser WM-Ausschei­dungs­kampf war der größte Erfolg in seiner sport­li­chen Karriere. Er gilt bis heute als der spek­ta­ku­lärste Kampf in der Geschichte des Boxsports. „The Match ever“, titelten die Zeitungen. Die Sensa­tion war perfekt.

Nach fast zwei Jahren, in denen Max Schme­ling den sport­li­chen Erfolg auskos­tete, folgten weitere Siege in der Hanseaten-Halle in Hamburg. Zuerst bezwang Schme­ling den US-Ameri­kaner Ben Ford. In der zwölften Runde lag er nach Punkten vorn. Einein­halb Monate später, am 16. April 1938, schlug er Steve Duds in der sechsten Runde k.o..

Joe Louis indes wartete auf seine Chance, um den Titel im Schwer­ge­wicht kämpfen zu können. Er bekam sie am 22. Juni, aber­mals im Yankee Stadion. Schme­ling hatte keine Chance – er verlor in der ersten Runde durch tech­ni­schen k.o. Mit dieser Nieder­lage hatte Max Schme­ling seine letzte Chance vertan, erneut Welt­meister zu werden. Seiner Stel­lung als ausser­ge­wöhn­li­cher Sportler tat das keinen Abbruch.

Es folgten weitere Kämpfe, in denen Schme­ling sich behaupten konnte. Bis zum vorläu­figen Ende seiner sport­li­chen Lauf­bahn im Jahr 1939.

    Kampf gegen Steve Hamas

    Ein eindrucksvoller Kampf vor 25.000 Zuschauern in der Hanseatenhalle Rothenburgsort, Hamburg, 1935

    Max Schmeling 1931

    Training

    Vorbereitung auf den Weltmeisterschaftskampf gegen Jack Sharkey, 30. Mai 1930

    Vertragsunterzeichnung

    Vertragsunterzeichnung für den Kampf gegen Paolino in New York, 27. Juni 1929

Comeback mit 42 Jahren

Sein letzter Kampf

Interview nach seinem letzten Kampf gegen Richard Vogt in Berlin am 31. Oktober 1948

Neun Jahre später, an seinem 42. Geburtstag, folgte sein Come­back. Im Frank­furter Wald­sta­dion stand er Walter Volmer gegen­über. Insge­samt bestritt er 70 Kämpfe mit 56 Siegen, davon 40 durch k.o. Nur zehn Nieder­lagen mußte er verkraften. Eine beein­dru­ckende Bilanz. Am 31. Oktober 1948 hatte Max Schme­ling in Berlin gegen den Hamburger Richard Vogt seinen letzten Kampf. Er verlor nach Punkten. Max Machon verkün­dete: „Es ist vorbei.“ Das Ende einer erfolg­rei­chen Lauf­bahn als Spit­zen­sportler war gekommen. Seine Erfolge machten ihn zum popu­lärsten deut­schen Sportler aller Zeiten.